Blog · 15. September 2026

Von der Ballschule ins erste Match: Wie der Weg bei Kindern aussieht

Rot, Orange, Grün: Warum Kinder auf kleinen Plätzen anfangen — und woran du merkst, dass das erste Match dran ist.

Eltern fragen uns am KTC Bad Wilhelmshöhe regelmäßig dasselbe: Wann spielt mein Kind endlich „richtig“? Dahinter steckt meist die Vorstellung, dass Tennis erst zählt, wenn auf dem großen Platz mit gelben Bällen gespielt wird. Tatsächlich ist es umgekehrt. Kinder spielen von Anfang an richtig — nur auf einem Platz, der zu ihnen passt. Der Deutsche Tennis Bund hat diesen Weg in klare Stufen aufgeteilt. Wer sie kennt, versteht besser, woran sein Kind gerade arbeitet und was als Nächstes kommt.

Am Anfang steht kein Schläger

Die erste Stufe im DTB-Kindertennis heißt Blau und ist für Kinder von etwa drei bis sechs Jahren gedacht. Sie kommt ohne Schläger aus. Trainiert werden Fangen, Werfen, Prellen, Rückwärtslaufen, Abstoppen und Zielen — die sogenannte Ball- und Bewegungswelt. Für Eltern sieht das oft nach Vorgeplänkel aus, ist aber die eigentliche Grundlage. Ein Kind, das einen fliegenden Ball nicht einschätzen kann, wird ihn auch mit Schläger in der Hand nicht sauber treffen. Diese Phase lässt sich überspringen, aber sie holt einen später wieder ein.

Genau dort setzt bei uns die Heidelberger Ballschule an — in zwei Gruppen, 3 bis 4 Jahre ohne Schläger und 5 bis 6 Jahre mit dem ersten Schläger und rotem Ball.

Rot, Orange, Grün: Der Platz wächst mit dem Kind

Danach folgen drei Stufen, die sich in Ball, Platzgröße und Schlägerlänge unterscheiden. Rot ist für etwa sechs- bis achtjährige Kinder gedacht und wird auf dem Kleinfeld von elf Metern Länge gespielt, mit einem zu 75 Prozent druckreduzierten Ball und Schlägern zwischen 43 und 58 Zentimetern. Orange schließt mit etwa acht bis zehn Jahren an: Midcourt, 18 Meter lang und 6,40 Meter breit, Ball zu 50 Prozent druckreduziert, Schläger 58 bis 66 Zentimeter. Grün spielt ab etwa zehn Jahren bereits auf dem normalen Platz über 23,77 Meter, mit einem zu 25 Prozent druckreduzierten Ball und Schlägern von 63 bis 68 Zentimetern.

Der druckreduzierte Ball ist dabei kein Zugeständnis, sondern Voraussetzung. Er springt niedriger und fliegt langsamer, sodass ein Kind ihn auf Hüft- statt auf Schulterhöhe treffen kann. Genau dort entsteht eine saubere Schlagbewegung. Mit einem gelben Ball auf dem großen Platz lernt ein Sechsjähriger vor allem, sich irgendwie zu behelfen — und das bleibt hängen.

Wichtig ist außerdem: Die Altersangaben sind Orientierung, kein Stichtag. Ob ein Kind von Rot nach Orange wechselt, entscheidet sich am Können, nicht am Geburtsjahr. Im DTB-Konzept gehört dazu ein Pass, in dem die Kinder für bestandene Aufgaben Stempel sammeln. Das macht den Fortschritt für Kinder sichtbar, die mit „du bist jetzt technisch weiter“ wenig anfangen können.

Woran du merkst, dass ein Match dran ist

Ein erstes Match hängt nicht am Alter, sondern an drei Fähigkeiten. Erstens: Das Kind bringt den Aufschlag regelmäßig ins Feld, von unten oder oben. Zweitens: Es hält ein paar Bälle am Stück im Spiel, statt nach jedem zweiten Schlag den Ball zu holen. Drittens: Es kann selbst zählen und weiß, was 30:15 bedeutet. Das klingt banal, ist aber in der Praxis der häufigste Stolperstein — ein Kind, das den Spielstand nicht mitbekommt, verliert im Match schnell den Faden.

Sind diese drei Punkte da, kann gespielt werden. Und zwar bereits in der roten Stufe auf dem Kleinfeld, nicht erst auf dem Großfeld.

Wie der Wettkampf in Hessen beginnt

In Hessen läuft der Einstieg über die HTV-Löwenkids. Es gibt sie in zwei Formen: als Turnierserie für U8, U9 und U10 und als Mannschaftswettbewerb, die HTV-Löwenkids Teams. Gespielt wird unter denselben Bedingungen wie im Mannschaftsspielbetrieb — die Jüngsten auf dem Kleinfeld mit roten Bällen, die U10 im Midcourt mit orangen Bällen.

Ein Spieltag ist dabei kein stundenlanger Einzelkampf. Bei den Jüngsten gehören neben kurzen Einzeln und Doppeln auch Geschicklichkeitsaufgaben wie Slalomlauf, Dreisprung, Balltransport und Zielwurf zur Wertung, die Begegnungen dauern jeweils rund zehn Minuten. Die Gruppenphase läuft über den Sommer, das Finale steigt im September. Für Familien aus Kassel heißt das: überschaubare Termine, kurze Spielzeiten und ein Umfeld, in dem Gleichaltrige gegeneinander spielen statt gegen den Kalender.

Was Eltern beitragen können

Am meisten hilft Regelmäßigkeit. Einmal pro Woche über zwei Jahre bringt ein Kind weiter als ein intensiver Sommer und danach nichts mehr. Dazu gehört auch, im Winter weiterzuspielen; wir trainieren in der Hallensaison in vier Hallen im Raum Kassel, damit die Gruppen nicht im Oktober auseinanderfallen.

Hilfreich ist außerdem ein Schläger in der richtigen Länge — zu lang ist der häufigste Fehler beim Kauf und kostet Technik. Weniger hilfreich ist Coaching vom Zaun aus. Kinder, die während des Ballwechsels nach links schauen, verlieren den Ball. Anfeuern ja, Anweisungen besser den Trainern überlassen.

Der Weg von der Ball- und Bewegungswelt bis zum Großfeld zieht sich nach dem DTB-Konzept über mehrere Jahre, und das ist kein Umweg, sondern der Plan. Wenn du wissen willst, auf welcher Stufe dein Kind gerade steht und welche Gruppe am KTC Bad Wilhelmshöhe passt, schreib uns einfach per WhatsApp an 0171 6853930 — unsere vier DTB-lizenzierten Trainer schauen sich das im Training an und sagen dir ehrlich, was ansteht.

Fragen dazu?

Schreib uns kurz — wir antworten meist noch am selben Tag.

Buchen WhatsApp Anrufen